Berufspolitische Inhalte der TIMO-Liste

Die pluralistische Vielfalt unserer Liste spiegelt sich wider in unseren berufspolitischen Inhalten und Forderungen.

Mitgliederorientierung

Wir setzen uns ein für

  • die angemessene Vergütung psychotherapeutischer Tätigkeit sowohl im angestellten als auch im niedergelassenen Bereich, und zwar für PP und KJP gleichermaßen
  • eine angemessene Vergütung der psychotherapeutischen Sprechstunde und weiterer neuer Versorgungsformen im Rahmen der laufenden Reform der Psychotherapie-Richtlinie; eine angemessene Vergütung muss auch die Einstellung von Praxispersonal ermöglichen zur Entlastung und besseren Organisation
  • die Möglichkeit der Finanzierung von Psychotherapie per Kostenerstattung, um Patienten einen zeitnahen Zugang zu Psychotherapie zu ermöglichen, solange erhebliche Defizite in der Bedarfsplanung bestehen
  • eine qualitativ gute Anleitung und angemessene Bezahlung der Psychotherapeut*Innen in Ausbildung während der Praktischen Tätigkeit
  • generationengerechte Lösungen bei der Übernahme von Kassensitzen
  • eine verbindliche Festlegung von Stellenbesetzung mit PP/KJP in Beratungsstellen, Jugendhilfe und Kliniken
  • die Hervorhebung der besonderen Kompetenzen von KJP/PP in Jugendhilfe und Beratungsstellen sowie deren angemessene Bezahlung (SGB VIII)
  • die Schaffung von Leitungsstellen äquivalent zu unseren ärztlichen Kolleg*Innen
  • die Weiterentwicklung praxisgerechter und wirtschaftlicher Qualitätssicherung
  • eine qualifizierte Weiterbildung durch eine auf Landes- und Bundesebene stattfindende Weiterentwicklung einer sinnvollen Weiterbildungsordnung
  • die Berücksichtigung der PP/KJP in den einschlägigen Gesetzen/Verordnungen (SGB V, VI, VIII und IX usw.)
  • eine Psychotherapie, die sich wissenschaftlich und klinisch weiterentwickeln soll in ihren vielfältigen Grundrichtungen (lerntheoretisch, psychodynamisch, humanistisch und systemisch)

Eine starke Kammer vertritt die Interessen der Mitglieder auch dadurch, dass sie die Öffentlichkeitsarbeit professionalisiert und Kontakte zu Entscheidungsträgern in Politik und Gesundheitswesen pflegt. Durch Aufklärung der Bevölkerung wird die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen abgebaut und Psychotherapie als selbstverständlicher Beitrag zur Gesundheitsversorgung akzeptiert und aufgewertet.

 

Ökonomie

Die Kammerbeiträge sind in den letzten Jahren konstant gehalten worden bzw. für eine Reihe von Mitgliedern gesunken. Wir wissen, dass der Mitgliedsbeitrag für die Kammer trotzdem von einigen als hoch empfunden wird und sind der Auffassung, dass die niedrigeren Beiträge der letzten Jahre gehalten werden sollen. Wir setzen uns sehr für eine den Berufsstand stärkende inhaltliche Arbeit der Kammer ein, dafür braucht es ausreichende ökonomische und personelle Ressourcen. Die zu erledigenden Aufgaben müssen dabei aber auch unter dem Gesichtspunkt der Kosten und Nutzen betrachtet werden.

Die Mitgliedsbeiträge dienen zur Wahrnehmung folgender zentraler Aufgaben durch die Kammer:

  • Information der Mitglieder zu Belangen des Berufsstandes
  • Beratung der Mitglieder und von Institutionen in fachlichen und berufsrechtlichen Fragen (Rechtsberatung)
  • Kommunikation und Kooperation mit politischen Entscheidungsträgern und benachbarten Berufsgruppen
  • Mitwirkung an der Neugestaltung relevanter rechtlicher Regelungen und Gesetze (z.B. Landeskrankenhausgesetz, Heilberufegesetz, Maßregelvollzugsgesetz)
  • Regelung der Fort- und Weiterbildung der Mitglieder
  • Förderung der mit der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung im Zusammenhang stehenden Einrichtungen des Berufsstandes
  • Intensive Kooperation mit der Bundespsychotherapeutenkammer
  • Überwachung der Berufspflichten

Effizienz in der Kammerarbeit soll erreicht werden durch

  • die Ausschöpfung von Einsparpotenzialen
  • die sorgfältige Kostenprüfung vor dem Beschluss neuer Aufgaben
  • die Übernahme neuer Aufgaben nur bei 100-prozentiger Gegenfinanzierung oder entsprechenden Einsparungen

Innovation

Wir setzen uns ein für...

 

... eine bedarfsgerechte psychotherapeutische Versorgung

  • Angemessene personelle Ausstattung von Erziehungsberatungsstellen und Einrichtungen der Jugendhilfe (SGB VIII)
  • Schaffung ausreichender niederschwelliger qualifizierter Psychotherapieangebote in psychosozialen und Suchtberatungsstellen
  • Eine angemessene Vergütung der psychotherapeutischen Sprechstunde und weiterer neuer Versorgungsformen im Rahmen der Reform der Psychotherapie-Richtlinie; eine angemessene Vergütung muss auch die Einstellung von Praxispersonal ermöglichen zur Entlastung und besseren Organisation
  • Ausweitung der Stundenkontingente in der Verhaltenstherapie insb. bei der Behandlung von PTBS/Traumafolgestörungen, schweren Persönlichkeitsstörungen und sonstigen chronischen psychischen Erkrankungen

... die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen

  • Unterstützung von sektorenübergreifenden integrierten Versorgungsangeboten bis hin zur Umsetzung sozialpsychotherapeutischer Konzepte im KJP-Bereich (mit der Möglichkeit, relevante benachbarte Berufsgruppen wie beispielsweise Sozialarbeiter oder Ergotherapeuten beschäftigen zu können)
  • Schaffung familienfreundlicher Arbeitsverhältnisse bei der Anstellung/Job-Sharing in Psychotherapie-Praxen
  • Bessere Vernetzung und Kooperation mit benachbarten Berufsgruppen sowie eine angemessene Vergütung von fallbezogener Kooperation
    • z.B. im KJP-Bereich (mit Kinder- und Jugendpsychiater*Innen, Pädiater*Innen, SPZ, Institutionen der Jugendhilfe, Schulen, Kindergärten)
    • z.B. mit somatischen Behandler*Innen bei der Versorgung somatisch chronisch kranker Patienten (z.B. Schmerz, Diabetes, Kardiologie, Onkologie) stationär und ambulant
  • Förderung von Psychotherapie-Angeboten für unterversorgte Patientengruppen (Somatopsychotherapie, Psychotherapie für Menschen mit Migrationshintergrund sowie Flüchtlinge, Psychotherapie für Kinder und Jugendliche in der Jugendhilfe, Psychotherapie für Menschen in prekären sozialen Lebenswelten, Psychotherapie für Menschen mit ausgeprägtem Grad der Behinderung)
  • Erweiterung psychotherapeutischer Tätigkeit auf bisher 'untypische' Arbeitsbereiche (z.B. Betriebliche Gesundheitsvorsorge, Prävention, aufsuchende PT/home treatment)
  • Förderung und Beteiligung an Präventionsangeboten z.B. in Unternehmen und Schulen
  • Abschaffung des Heilpraktikers Psychotherapie

... eine kritische Begleitung der Veränderungen durch neue Medien und Internetdienste (Bewertungsportale
und Werbung im Internet, Internet-Therapie, usw.)

  • Veränderungen im Gesundheitswesen (Stichwort „Neue Versorgungsformen“) bieten neue Möglichkeiten in der Berufsgestaltung auch für uns Psychotherapeut*Innen. Darin liegen viele interessante Möglichkeiten, die kritisch geprüft werden müssen, insb. im Hinblick der Gewährleistung von psychotherapeutischer Qualität und des Datenschutzes

 

... eine qualitativ hochwertige Reform der Psychotherapie-Ausbildung

  •  Angemessene Vergütung in der (zukünftigen) Weiterbildung nach dem Studium
  • Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der zukünftigen PT-Aus- und Weiterbildung
  • Enge Verknüpfung von psychotherapeutischer Forschung und Praxis
  • Erhalt der Verfahrensvielfalt
  • Gleichstellung von PP- und KJP-Beruf

.. die aktive Förderung von Frauen und jungen Menschen in der Berufspolitik

  • Unser Berufsstand wird in Zukunft zu 90% weiblich sein; die Berufspolitik ist auf Entscheidungsträgerebene (Kammervorstände, Bundeskammer) immer noch vorwiegend von Männern geprägt.
  • Wir gehen deshalb aktiv auf Frauen und PIAs zu, um sie in die Berufspolitik frühzeitig einzubinden – und zwar jede(r) im Rahmen seiner individuellen zeitlichen Ressourcen. Anliegen der jüngeren Generation sollten auch von dieser selbst auf Kammerebene vertreten werden können.
  • Wir beteiligen uns auf der Ebene der Bundespsychotherapeutenkammer an der Förderung von Frauen in der Berufspolitik und werden daran arbeiten, deren Ergebnisse auf Länderebene umzusetzen.

… die aktive Unterstützung und Förderung der besonderen Belange der KJP

  •  In unserem Wahlprogramm tauchen an verschiedenen Stellen KJP-spezifische Themen und Belange auf. Wir setzen uns deshalb ein für die Bildung eines KJP-Ausschusses in der LPK RLP sowie für KJP-spezifische Veranstaltungen und Angebote.

Transparenz

Im Bereich der Information der Mitglieder hat die LPK RLP in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Informationen erfolgen per Aussendungen, Emails und über die neu gestaltete Website. Wir wollen, dass ...

... Mitglieder weiterhin zeitnah und umfassend über die Kammeraktivitäten informiert werden; hierzu soll die Kommunikation per Email verstärkt eingesetzt werden, weil sie schnell und kostensparend erfolgen kann

... moderne soziale Medien zum Einsatz kommen (z.B. Facebook, Twitter), auch was die Außendarstellung der Kammer angeht

... Mitglieder weiterhin die Möglichkeit haben, Ausgaben und Einnahmen der LPK RLP nachzuvollziehen

… die PIA-Vertreter bei regelmäßigen Treffen über die Arbeit der Kammer informiert werden und sich einbringen können